Nachtfalter

 

Wenn die Nacht bogenspannend,

legt der Nachtfalter einen nebligen Pfeil auf  erdige Sehne.

Zum Himmel richtet die Spitze – feine Spannung hält jede Bewegung im Zaum.

Er faltet gleichmäßig vor dem Mond die Nacht,

um hier manch hungrigen Schatten zu nähren.

Kein Pfeil verlässt den Bogen.

Um die Spitze rinnt aus eingeritztem Himmel,

Lichter Blut – bereit der Schatten erquickendes Mahl.

Schwarzer Donnerschlag erbebt in den Flügeln.

So fein, dass selbst die Nacht sich löst von ihm.

Und mit dem sterbenden Schwung der Erdensehne sinkt der Pfeil in den Himmel;                     verschließt der Sternen Wunde.

 

Gut genährt ist nun die Schattenschar.

Hast du es auch gespürt, im Laternenlichte - die graue Motte,

als wenn es ein Schlag in‘s Auge war?

 

R.S.